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Published: 13 March 2026 13 March 2026

Die Militärkräfte des Marcos-Regimes haben am ersten Tag des neuen Jahres bereits durch massive Bombardierungen und Tieffliegerangriffe den Tod von drei Kindern und einer jungen Forscherin verursacht, welches eine eklatante Verletzung der Menschenrechte und des Internationalen Humanitären Rechts darstellt. Diese anhaltenden Angriffe wurden von progressiven Organisationen in den Philippinen und im Ausland scharf verurteilt.

Coni Ledesma, Leiterin des Sonderbüros zum Schutz von Kindern der Nationalen Demokratischen Front der Philippinen (NDFP), erklärte, es gebe „keine militärische, rechtliche oder moralische Rechtfertigung für die unerbittlichen Bombardierungen“, durch die Kinder getötet und ganze Gemeinden terrorisiert wurden. Sie bezeichnete die Angriffe als Kriegsverbrechen und machte das 203. Infanteriebataillon (203rd IB) sowie Marcos Jr. als Oberbefehlshaber direkt verantwortlich.

Ledesma betonte: „Wir fordern die sofortige Einstellung aller militärischen Operationen der AFP in Mindoro, einschließlich Luftbombardierungen, Kampfpatrouillen und sogenannter ‚Säuberungsoperationen‘, die die Mangyan-Gemeinschaften weiterhin in große Gefahr bringen. Der faktische Kriegszustand auf der Insel muss beendet werden.“

Ende Dezember des vergangenen Jahres starteten die 203. Infanteriebrigade der Streitkräfte der Philippinen (AFP), lokale Einheiten der Philippinischen Nationalpolizei (PNP) sowie paramilitärische AFP-Gruppen umfassende Angriffe gegen eine Einheit der Neuen Volksarmee (NPA), die unter Ausnutzung des Neujahrs-Waffenstillstands medizinische und andere Dienstleistungen für die indigenen Mangyan-Iraya-Gemeinschaften in der Gemeinde Abra de Ilog in Occidental Mindoro leistete. Am 1. Januar warfen vier Angriffshubschrauber des Regimes wahllos zwölf Bomben ab und feuerten über Stunden hinweg Tausende Schüsse aus ihren Maschinengewehren.

Drei Mangyan-Kinder wurden sofort getötet, ihre Mutter schwer verletzt. Eine Forschungsstudentin, Jerlyn Rose Doydora, die von ihrer Gruppe getrennt worden war, starb an einem Schock. Eine weitere Forscherin, Chantal Anicoche aus den USA, wurde vermisst. Der Angriff zerstörte zudem die Lebensgrundlagen der Bewohner, tötete Nutztiere (zwei Kühe und drei Schweine) und zwang 203 Familien zur Flucht.

NDFP-Mindoro erklärte, dass Doydora und Anicoche vor Ort waren um indigene Völker und Bauern in Mindoro sowie die Roten Kämpfer der Neuen Volksarmee (NPA) zu interviewen. Sie wollten die konkrete Lage der Massen, die Ursachen des bewaffneten Konflikts und den tatsächlichen Weg zum Frieden verstehen. Doydora war Studentin an der Pamantasan ng Lunsod ng Maynila, während Anicoche Absolventin der University of Maryland in den USA war.

Laut der Malaya Movement USA befand sich Anicoche auf den Philippinen, „um von den Gemeinschaften zu lernen, die am stärksten von der wirtschaftlichen und sozialen Krise auf den Philippinen betroffen sind“.

Nach Angaben von NDFP-Mindoro war der Terror des Regimes gegen die Bewohner von Abra de Ilog und die indigenen Völker zu Beginn des neuen Jahres nur eine von unzähligen Menschenrechtsverletzungen, die AFP, PNP und paramilitärische Hilfstruppen im Laufe der Jahre in ihren Gemeinden begangen haben.

Das Eduardo-Dagli-Kommando der NPA in Batangas verurteilte die Bombardierungs- und Tieffliegerangriffe des Militärs scharf. Das Kommando erklärte, diese hätten stattgefunden, nachdem eine Einheit des Lucio-de-Guzman-Kommandos der NPA in Mindoro einem Angriff mehrerer Bataillone des 203. IB und des 5. Scout-Ranger-Bataillons erfolgreich entkommen sei und in aktiver Verteidigung sogar zwei Todesopfer und zwei Verletzte auf Seiten des Feindes verursacht habe. Es sei gängige Praxis der Regimekräfte, sich nach jeder Auseinandersetzung gegen die Zivilbevölkerung zu wenden und Terror zu verbreiten.

Die in Abra de Ilog verübte Gewalt ist Teil der Kampagne des reaktionären Staates, um volksfeindliche Projekte mit Superprofiten für ausländische Kapitalisten voranzutreiben und abzusichern, indem Tausende Bauern und indigene Mangyan aus dem Gebiet vertrieben werden.

Die Internationale Koalition für Menschenrechte auf den Philippinen (ICHRP) weist darauf hin, dass die barbarische und maßlose Militäroperation der AFP gegen eine kleine NPA-Einheit in Abra de Ilog die Verzweiflung von Oberbefehlshaber Marcos Jr. offenlege, den kommunistischen Aufstand auf der Insel zu beenden, um den raschen Eintritt großer Bergbauunternehmen und Projekte im Bereich erneuerbare Energien zu ermöglichen. Aus diesem Grund halte die weitverbreitete Militarisierung in Mindoro an.

Einige der geplanten Unternehmensprojekte in Abra de Ilog sind:

a) Bergbauaktivitäten von Agusan Petroleum, nachdem die Regierung das 25-jährige Moratorium für den Bergbau in Occidental Mindoro aufgehoben hat;

b) das 375-Megawatt-Windenergieprojekt Abra de Ilog, dessen Betrieb bis 2031 geplant ist; und

c) die Privatisierung der Luyang-Baga-Höhle in Brgy. Cabacao für den Ökotourismus. Die Höhle liegt auf angestammtem Land von Bauern und dem indigenen Volk der Mangyan-Iraya.

Die ICHRP fordert Gerechtigkeit für alle Opfer der Bombardierungen der AFP in Mindoro. „Wir verurteilen die AFP und die Regierung von Marcos Jr. wegen schwerer Verstöße gegen das Internationale Humanitäre Recht und wegen der Gefährdung des Lebens von Hunderten Zivilisten. Wir fordern ein Ende der Militarisierung der Insel Mindoro.“

Am 14. Januar 2026 berichtete der Sprecher von NDFP–Southern Tagalog, Patnubay de Guia, dass die 2. Infanteriedivision in der Gemeinde faktisch das Kriegsrecht verhängt habe, um ihre fortgesetzten Operationen zur Verfolgung der NPA-Einheit durchzuführen. Zudem wollen sie den Angehörigen der vermissten Chantal Anicoche, humanitären Missionen, Wohltätigkeitsorganisationen und Menschenrechtsaktivisten den Zugang nicht gewährt, nach Anicoche zu suchen.

Darüber hinaus behauptete das 2. IB, Anicoche mehr als eine Woche nach der Bombardierung nur wenige Meter vom Ort der Schusswechsel und Bombardierungen entfernt „gefunden“ zu haben. Das inszenierte Video des Vorfalls war offensichtlich ein Versuch, sich als humanitär darzustellen und der Verantwortung für ihre Kriegsverbrechen zu entgehen.

De Guia fügte hinzu, dass die fortgesetzte Inhaftierung Chantals durch das 2. IB im Camp Capinpin in Tanay, Rizal, eine Verletzung ihrer Rechte und des Internationalen Humanitären Rechts darstelle. Sie wurde gezwungen, eine Erklärung zur freiwilligen Inhaftierung zu unterzeichnen, um sie im Gefängnis festzuhalten. Dort sei sie täglichem, intensivem Druck und psychischer Folter durch die AFP ausgesetzt.

Progressive Gruppen und NGOs organisierten massive Demonstrationen vor Camp Capinpin, um die Freilassung Anicoches aus der illegalen Haft zu fordern und die Menschenrechtsverletzungen sowie die Verstöße des Regimes gegen das Internationale Humanitäre Recht zu verurteilen.