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Published: 01 May 2022 01 May 2022

LEITARTIKEL. Jahr 1, Nummer 1. 1. Mai 2022.

Mit großer Trauer erhielten wir die Nachricht über den Tod von Amaryllis Hilao-Enriquez am 24. April. Wir schließen uns dem philippinischen Volk an und trauern um unsere geliebte und hochgeschätzte Marie und sprechen ihrer Familie, ihren KollegInnen und FreundInnen unser tiefstes Beileid aus.

In der Nachricht des Friedensverhandlungsgremiums der Nationalen Demokratischen Front der Philippinen (NDFP) heißt es: "Marie wird für immer als unermüdliche, mutige und kühne Verfechterin von Gerechtigkeit und Frieden in Erinnerung bleiben. Sie trug die Fackel für das philippinische Volk, dem sie so selbstlos diente und sich ihrem Feind fest und entschlossen entgegen stellte , um die Interessen zu schützen und zu verteidigen.

"Nachdem die Verhandlungsgremien der NDFP und der Regierung der Republik der Philippinen das umfassende Abkommen über die Achtung der Menschenrechte und des humanitären Völkerrechts unterzeichnet hatten, wurde Marie als unabhängige Beobachterin in den Gemeinsamen Überwachungsausschuss der NDFP berufen. Bei der Ausübung dieser Aufgabe leistete sie wertvolle Ratschläge und Beiträge.

"Sie setzte sich für die Interessen und das Wohlergehen von politischen Gefangenen und anderen Opfern von Menschenrechtsverletzungen ein. Sie hat nie aufgehört, den Opfern von Menschenrechtsverletzungen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, insbesondere denjenigen aus den werktätigen Massen. Sie spürte ihren Schmerz, ihre Wut und ihren Wunsch nach Gerechtigkeit. Schließlich wurden sie und andere Mitglieder ihrer unmittelbaren Familie während der Marcos-Diktatur selbst verhaftet, gefoltert und inhaftiert. Ihre Schwester Liliosa Hilao war eine der ersten, die während der Marcos-Diktatur gefoltert und getötet wurde.

"Sie war unermüdlich. Sie wusste, wie wichtig es war, die internationale Gemeinschaft über die katastrophale Menschenrechtslage auf den Philippinen zu informieren. Selbst als sich ihr Gesundheitszustand verschlechterte, reiste sie weiter, um an internationalen Foren, Untersuchungsausschüssen und Gerichten teilzunehmen. Ihre Stimme wurde zur Stimme der Gefangenen und derer, die bereits unter der Erde lagen.

"Sie war davon überzeugt, dass ein Volk nur dann wirklich frei sein kann, wenn es Ausbeutung, Unterdrückung und Ungerechtigkeit bekämpft. Für Marie war das wahren der Menschenrechte nicht nur ein Anliegen, sondern eine Leidenschaft.

"Marie sagte immer, dass die Seelen derer, die verhaftet, gefoltert, verschwunden und außergerichtlich getötet wurden, nach Gerechtigkeit schreien. Deshalb muss der Gerechtigkeit Genüge getan werden."

In den letzten fünf Jahren hat das Duterte-Regime Zehntausende von Menschen ermordet. Weitere Zehntausende leiden unter rechtswidrigen Verhaftungen, Folter, gewaltsamem Verschwindenlassen, politischen Morden, Zwangsevakuierungen, wahllosen Bombenanschlägen, Zensur und Schikanen. Nun soll dieses Leiden noch gesteigert werden, indem den philippinischen WählerInnen bei den kommenden Wahlen am 9. Mai das Marcos-Duterte-Tandem aufgezwängt wird. Die Duterte Administration strebt danach, die abscheulichen Verbrechen der faschistischen Marcos- und Duterte-Regime gegen das philippinische Volk zukünftig ungeschehen zu machen. Aus diesen Gründen, lasst uns Maries Leben ehren, indem wir immer entschlossener gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Ungerechtigkeit kämpfen. Bis der Gerechtigkeit Genüge getan ist.